Mikroplastik wird in Kläranlagen weitgehend zurückgehalten

Ergebnisse aus einem von der Emscher Wassertechnik GmbH (EW) geleiteten
Forschungsprojekt zeigen hohe Eliminationsraten bei Kläranlagen. Die Mikroplastik-Bestimmung bleibt aber sehr aufwändig.

Welchen Beitrag leisten Kläranlagen zur Belastung der Gewässer mit Mikroplastik? Dies wird seit 2018 in dem vom BMBF geförderten Forschungsprojekt REPLAWA untersucht. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die im Abwasser enthaltenen Mikroplastikpartikel in Kläranlagen weitgehend entfernt werden können. Im Zulauf zu kommunalen Kläranlagen wird Mikroplastik meist in Größenordnungen von einigen Milligramm pro Liter gefunden.

Dieses Mikroplastik wird mit konventionellen Kläranlagen zu rund 99 % zurückgehalten. Durch nachgeschaltete Filteranlagen (Sand-, Tuch-, Membranfilter) kann der Rückhalt auf Werte von deutlich über 99,9 % gesteigert werden, womit sich Mikroplastik-Ablaufkonzentrationen von unter 10-3 mg/l ergeben. Damit schneiden Kläranlagen besser ab, als zunächst angenommen wurde. Größere Mikroplastik-Emissionen erfolgen bei Mischwasserentlastungen und bei Niederschlagswasserabläufen von Verkehrsflächen. Hier besteht weiterhin großer Untersuchungsbedarf.

Eine weitere Erkenntnis aus den Untersuchungen: Mikroplastik ist mittlerweile allgegenwärtig in der Umwelt und reichert sich im Boden wie in Gewässern an. Hierzu trägt auch landwirtschaftlich verwerteter Klärschlamm bei, da der Klärschlamm neben Rechen und Sandfanggut die wesentliche Senke für Mikroplastik in Kläranlagen darstellt.

Die genaue Bestimmung der Mikroplastik-Massenkonzentrationen ist weiterhin extrem aufwändig. Weil sich Mikroplastik aus einer Vielzahl unterschiedlicher Polymere zusammensetzt und die Probenahme wie auch Analytik bisher nicht standardisiert sind, sind Vergleiche mit Messwerten aus der Literatur noch mit großen Unsicherheiten verbunden.

In das von der EW geleitete BMBF-Forschungsprojekt sind drei Industriepartner (Nordic Water GmbH, Mecana Umwelttechnik GmbH und Martin Systems GmbH)
sowie die Technischen Universitäten in Berlin und Braunschweig eingebunden. Die Ergebnisse zu den Kläranlagen-Untersuchungen wurden ausführlich in der Fachzeitschrift Korrespondenz Abwasser, Abfall, 2021, Nr. 9, vorgestellt.

Weitere Informationen siehe auch:
www.ewlw.de/forschung.

 

 

Zur Forschungs-Webseite:
www.ewlw.de/forschung